Weniger, älter und bunter. So lassen sich die Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung in Gladbeck zusammenfassen. Was aber ist in einer Stadt konkret zu tun, wenn die Zahl der Einwohner schrumpft, der Anteil der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte größer und die Bevölkerung insgesamt immer älter wird? Die Fragen, die sich aus der demografischen Entwicklung ergeben, sind vielfältig und betreffen alle Lebensbereiche. Konkret, offen und mit allen, die daran Interesse haben, wollen wir in den nächsten Monaten die anstehenden Herausforderungen von unterschiedlichen Seiten beleuchten und mit Ihnen einen Blick nach vorn werfen.
Zum Auftakt des Zukunftsforums - Perspektiven für unsere Stadt hatten wir Klaus-Peter Schöppner, Leiter des Medien- und Sozialforschungsinstituts EMNID, nach Gladbeck eingeladen. Vor mehr als 80 Gästen skizzierte er sehr lebendig und anschaulich, auf was sich unsere Gesellschaft in Zukunft einstellen muss.
Die Globalisierung, der technologische Fortschritt, die kaum noch zu überblickende Informationsflut führen zu einer zunehmenden Verunsicherung. Entschleunigung tue hier Not. Zu erwarten sei zudem ein noch stärkeres Auseinderfallen gesellschaftlicher Interessen. Zu unterschiedlich seien künftig die verschiedenen individuellen Lebensentwürfe der Menschen. Angesichts dieser Entwicklungen brauche die Gesellschaft einen Paradigmenwechsel, ein neues Wertesystem, das die soziale Verantwortung in den Mittelpunkt stelle. "Wenn sie es schaffen, dem Sozialstaat neue Bedeutung zu verschaffen, treffen Sie das innere Gefühl weiter Bevölkerungskreise."
Weitere Anstöße für die zukünftige Ausrichtung der CDU-Politik lieferten in Gastbeiträgen Thomas Brömmel, stellvertretender Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Gladbecker Wirtschaft, André Müller, Propst der Pfarrei St. Lamberti und Karl-Heinz Kinne, Vorstand Diakonisches Werk Gladbeck-Bottrop-Dorsten e.V..
"Heute wollten wir keine Antworten geben, sondern uns ein Bild über die Herausforderungen der Zukunft machen", hatte Christian Enxing, Vorsitzender der CDU, zu Beginn des Zukunftsforums gesagt. Am Ende der Auftaktveranstaltung war allen klar, dass wir uns auf Szenarien einstellen müssen, die noch viel von uns abfordern werden.